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Natürliche Lüftung und Kühlung

 Natürliche Lüftung

 Natürliche Kühlung

 Bauliche Maßnahmen

 Nutzerverhalten

Natürliche Lüftung

Unter der natürlichen Lüftung versteht man den Lüftungseffekt, der ohne Ventilatoren entsteht. Zum Beispiel die Förderung der Luft durch Druckluftunterschiede infolge von Wind und Temperaturdifferenzen zwischen Außen- und Innenraum.

Je nach Art und Ausführung der Außenluftzufuhr unterscheidet man:

  • Fensterlüftung
  • Schachtlüftung (ohne Ventilator)
  • Dachaufsatzlüftung
  • Fugenlüftung 

Alle Arten der freien Lüftung sind abhängig von den äußeren Witterungsbedingungen (Temperatur, Wind), der Gebäudehülle und vom Verhalten des Nutzers. Noch vor wenigen Jahrzehnten konnte der Austausch von Luft problemlos über die freie Lüftung bewerkstelligt werden, da große Undichtheiten in den Gebäudehüllen die Regel waren.

Um den Energieverlust über die Gebäudehülle so gering wie möglich zu halten, werden heute die Gebäude besonders luftdicht saniert bzw. neu errichtet. Die baulichen Maßnahmen setzen eine Änderung des Nutzerverhaltens voraus. Um bauphysikalische Schäden wie Schimmelpilzbefall zu vermeiden und ausreichend Frischluft in den Räumen zu gewährleisten, ist heute ein deutlich häufigeres aktives Lüften durch den Nutzer erforderlich. 

Aus den genannten Gründen wird der Einsatz von Raumlüftungstechnischen Anlagen mit Wärmerückgewinnung heutzutage als sinnvolle Maßnahme zur Reduzierung von Energieverlusten betrachtet. Raumlüftungstechnische Anlagen sollten überall dort zum Einsatz kommen, wo die natürliche Lüftung an ihre Grenzen stößt.

Natürliche Kühlung

Das Prinzip der natürlichen Kühlung kann beispielsweise durch natürliche Lüftung in den Nachtstunden oder unterstützende Belüftung realisiert werden. Hierfür eignen sich Bürogebäude, deren Räume von einer großen, speicherfähigen Gebäudehülle umgeben sind. Die Speicherfähigkeit der Bauteile wird ausgenutzt, um in den kühleren Nachtstunden „Kälte“ zu speichern.

Die folgenden baukonstruktiven Maßnahmen tragen erheblich zur Vermeidung von Kühllasten in Bürogebäuden bei und schaffen infolge dessen ein behagliches Raumklima am Arbeitsplatz:

  • Wärmedämmung
  • Sonnenschutz
  • außenliegende Verschattungselemente
  • innovative Baustoffe und Systeme

Je nach klimatischen Verhältnissen in den einzelnen Ländern und Regionen kann unter Umständen vollständig auf eine technisch betriebene Kühlung verzichtet werden.

Bauliche Maßnahmen

Baukonstruktive Maßnahmen zum sommerlichen Wärmeschutz vermeiden die Erwärmung von Bürogebäuden und machen damit häufig eine Klimaanlage überflüssig. Der sommerliche Wärmeschutz gewinnt auch in Deutschland immer mehr an Bedeutung. Durch die Klimaveränderungen und die steigenden Energiekosten,  sind die folgenden Maßnahmen nicht nur bei der Neuplanung von Gebäuden sinnvoll, sondern auch für bestehende Gebäude von wirtschaftlichem Interesse. Lassen Sie sich von Ihrem Fachmann vor Ort beraten.

1.        Phase: Schützen

  • Feste Verschattungselemente am Fenster / Außenfassade
  • Bewegliche Verschattungselemente in Form von Rollläden, Jalousien etc.
  • Begrenzung des Glasflächenanteils der Fassade auf 30 %
  • Fensterglas mit geringem Energieduchlaßgrad
  • Heller Fassadenanstrich
  • Dachüberstand

2.       Phase: Speichern

  • Massive Decken
  • Massive Innenwände
  • PCM Latentwärmespeicher (Phase Change Material)

3.       Phase: Optimieren

  • Gebäudeausrichtung / Grundrissgestaltung
  • Fensterflächen
  • Lichtlenkung kombiniert mit Teilreflexion
  • Innere Wärmelasten von PC, Drucker und Co. minimieren

 4.       Phase: Pflanzen

  • Verbesserung des Raumklimas durch Regulierung des Feuchtigkeitshaushalts in den Räumen
  • Laubbäume und Büsche vor der Fassade spenden Schatten im Sommer
  • Dachbegrünung führt zur Herabsetzung der Oberflächentemperatur

5.       Phase: Kühlen

  • Nutzung kühler Nachtluft
  • Lüftungsanlage – Frischluftkühlung im Erdkanal (hybride Systeme)
  • Adiabate Kühlung (Verdunstungskälte)

Weiter Informationen zum energieeffizienten Bauen erhalten Sie unter:  www.zukunft-haus.info

Nutzerverhalten

Wir verbringen einen großen Teil unserer Zeit am Arbeitsplatz. Besonders in Büro- und Verwaltungsgebäuden, wo sich eine große Anzahl von Menschen für lange Zeit in geschlossenen Räumen aufhält, ist das regelmäßige Lüften für das Wohlbefinden und die Produktivität der Mitarbeiter besonders wichtig. Es gibt einen eindeutigen Zusammenhang zwischen der geistigen Leistungsfähigkeit und der Raumluftqualität am Arbeitsplatz.

 Tipps für ein intelligentes Nutzerverhalten