Hauptinhalt
Wärmerückgewinnung
Nutzung von Abwärme durch Wärmerückgewinnung
Lüftungsanlagen verbrauchen auf der einen Seite Strom, Anlagen mit Wärmerückgewinnung ermöglichen aber auf der anderen Seite eine erhebliche Senkung des Heizenergiebedarfs. Mit Hilfe eines Wärmeübertragers kann die Wärme, die in der Abluft enthalten ist, zurück gewonnen werden. Je nach technischen und bauphysikalischen Bedingungen und unter Berücksichtigung des jährlichen Energieverbrauchs stehen unterschiedliche Systeme zur Verfügung. Grundsätzlich werden für die Wärmerückgewinnung vier Verfahren genutzt.
- Kreuzstrom-Wärmeübertrager
- Kreislaufverbund-Wärmeübertrager
- Wärmerohr-Wärmeübertrager
- Rotationswärmetauscher
Eine rotierende Scheibe nimmt im Winter die Wärme aus dem Abluftstrom auf und wärmt damit die Zuluft vor. Im Sommer ist der Mechanismus umgekehrt, und der Zuluftstrom wird abgekühlt. Durch Kondensation an der Scheibe wird auch Feuchtigkeit von einem Luftstrom auf den anderen übertragen, und der Bedarf an zusätzlicher Be- oder Entfeuchtung der Luft sinkt.
In neuen, zentralen Lüftungssystemen ist die Wärmerückgewinnung aus dem Abluftstrom eine Selbstverständlichkeit. Mit der Energieeinsparverordnung (EnEV) 2009 wird sie bei Anlagen mit Volumenströmen über 4.000 m3 / h zur Pflicht. Beim Umbau oder der Neuinstallation einer Anlage entscheiden vor allem die räumlichen Verhältnisse darüber, ob eine Wärmerückgewinnung installiert werden kann. Es gibt verschiedene Systeme zur Wärmerückgewinnung, von denen die rotierenden Wärmetauscher am energieeffizientesten sind (siehe Abbildung).
Prüfen Sie auch, ob Sie vorhandene Wärmequellen wie z. B. aus dem Rechenzentrum für die Raumheizung nutzen können, um Ihre Betriebskosten weiter zu senken.
Beim Einbau einer Lüftungsanlage ist darauf zu achten, dass eine Anlage mit einem Wirkungsgrad der Wärmerückgewinnung von mindestens 80% gewählt wird.
Zu- und Abluftanlagen mit Wärmerückgewinnung können nur dann energieeffizient arbeiten, wenn das Gebäude luftdicht ist. Der mit einem Luftdichtheitstest (dem so genannten Blower-Door-Test) ermittelte Luftwechsel, ist ein Maß für die Dichtheit und muss in jedem Fall weniger als "eins" pro Stunde betragen.
Auch bei der Optimierung einer bestehenden Lüftungsanlage sollten Sie die Möglichkeit der Wärmerückgewinnung prüfen lassen.
Anforderungen an die Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung
Es lohnt sich immer, den Einbau von Lüftungsanlagen bei Neu- und Umbauten in Büro- und Verwaltungsgebäuden prüfen zu lassen. Auf folgende Anforderungen sollte dabei geachtet werden:
- Wärmerückgewinnungsgrad 80%
- Niedriger Stromverbrauch < 0,45 W/(m3/h)
- Luftdichtheit der Gebäudehülle n50 < 0,61/h
- Frischluft pro Person = 30 m3 (unter Berücksichtigung der DIN 1946-6)
- erförderlicher Schallschutz (unter Berücksichtigung der VDI 4100)



