Hauptinhalt
IT-Hardware und Infrastruktur
Durch die Berücksichtigung von Energieeffizienz bei der Hardware und eine Optimierung Ihrer IT-Infrastruktur senken Sie nicht nur Ihre Stromkosten, sondern erhöhen vielfach auch die Effizienz wichtiger Abläufe in Ihrem Rechenzentrum. Nicht nur die Server als wichtige Stromverbraucher sollten Sie hierbei im Auge behalten. Datenspeicher und kleinere Netzwerkkomponenten wie Switches verbrauchen fortlaufend elektrische Energie und sollten aus diesem Grund fester Bestandteil eines Energieeffizienzprojektes sein.
Server
Der Einsatz moderner Server bietet nicht nur funktionale Vorteile, sondern kann auch aus Sicht der Energieeffizienz sehr interessant sein. Energiesparende Server haben eine Leistungsaufnahme von unter 50 Watt, was weniger als die Hälfte der eines herkömmlichen Servers entspricht.
Der Auswahl des passenden Servers kommt daher eine große Bedeutung zu. Werden hier frühzeitig der reale Bedarf an Rechenleistung und aktuelle Energieeffizienzkritierien berücksichtigt trägt dies wesentlich zu einer Verringerung der Stromkosten bei. Hinzu kommt, dass die installierte Rechenleistung auch Auswirkungen auf weitere stromintensive Bereiche, wie z.B. die Lüftung und Klimatisierung, hat. Jeder Server erzeugt Wärme, die über eine Klimatisierung des Rechenzentrums abgeführt werden muss.
Ein wichtiger Aspekt ist die Auslastung der Server. Oft bleiben IT-Kapazitäten durch eine sehr geringe Serverauslastung ungenutzt. Durch die Virtualisierung und Konsolidierung von Serverstrukturen kann die Auslastung von of weniger als 10% auf über 60% gesteigert werden. Auf diese Weise können je nach Ausstattung des Rechenzentrums ein erheblicher Anteil der vorhandenen Server und somit auch der Stromkosten eingespart werden.
Erste Schritte:
- Legen Sie für Ausschreibungen Energieeffizienzkriterien für Server und Wirkungsgrade für Netzteile/Stromversorgung fest
- Prüfen Sie, ob Ihre Server für Ihren Bedarf über-/unterdimensioniert sind
- Prüfen Sie, ob eine Konsolidierung Ihres Rechenzentrums möglich ist
Thin Clients
Wenn Sie über ein eigenes Rechenzentrum oder eine Serverarchitektur verfügen, können so genannte Thin Client-Lösungen eine interessante Alternative sein. Hierbei laufen alle Software-Anwendungen für Ihre Mitarbeiter auf einem zentralen Server. An den PC-Arbeitsplätzen steht je ein Monitor, Tastatur, Maus und der so genannten Thin Client, der nur noch die Verbindung zum Server herstellt. Inklusive der notwendigen Serverleistung können Sie im Vergleich zu funktional gleichwertigen Arbeitsplätzen mit Desktop-PC bis zu 50% Strom einsparen.
Diese Lösung bietet weitere Vorteile. Software-Updates müssen nicht an vielen Rechnern separat durchgeführt werden, sondern können zentral für alle Arbeitsplätze auf dem Server installiert werden. Thin Clients sind auch in der Anschaffung kostengünstiger als herkömmliche Arbeitsplatzrechner, da sie auf die wesentlichen technischen Anforderungen reduziert sind und z.B. keine hochwertige Grafikkarte, optische Laufwerke oder leistunggstarke Netzteile vorhalten müssen.
Peripherie-Geräte
Auch wenn Sie kein direkter Bestandteil eines Rechenzentrums sind, lohnt es sich Potenziale zur Effizienzsteigerung bei zentralen Bürogeräten auszunutzen. Drucker, Faxgeräte oder Scanner erfüllen nur wenige Minuten am Tag ihre eigentliche Funktion, benötigen aber anhaltend elektrische Energie für die Betriebsbereitschaft.
Einige dieser Geräte wie z.B. Faxgeräte können aufgrund ihrer Grundfunktionen nicht über abschaltbare Steckdosenleisten oder ein Energiemanagement abgeschalten werden. Hier stellt sich jedoch die Frage, ob jeder Arbeitsplatz oder jedes Büro einzeln über alle Geräte verfügen muss. Netzwerkstrukturen ermöglichen die gemeinsame Nutzung von Geräten, die dauerhaft in Betriebsbereitschaft sind, aber nur selten genutzt werden. Dies spart nicht nur bei den Anschaffungskosten, sondern hilft auch die Betriebskosten wesentlich zu senken.
Für alle Geräte, die nicht dauerhaft im Standby laufen müssen, empfehlen sich abschaltbare Steckerleisten. Moderne Systeme verfügen auch über die Möglichkeit diese zu programmieren, so dass Bürogeräte außerhalb der Bürozeiten automatisch abgeschalten werden. Umfangreiche Informationen zu Bürogeräten am Arbeitsplatz finden sie im Ratgeber IT-Geräte.
Erste Schritte:
- Prüfen Sie die gemeinsame büroübergreifende Nutzung von Bürogeräten
- Trennen Sie wenn möglich Bürogeräte vom Netz wenn diese längere Zeit nicht benötigt werden (z.B. Nachts)
- Nutzen Sie die automatischen Energiesparfunktionen Ihrer Bürogeräte
- Berücksichtigen Sie bei Ausschreibungen Energieeffizienzkriterien
Stromversorgung
Die Stromversorgung eines Rechenzentrums hat viele Komponenten. Hierzu zählen die Netzteile der Server, die Stromversorgung der Peripherie-Geräte und die unterbrechungsfreie Stromversorgung (USV).
Die Netzteile der Server werden grundsätzlich mit dem Gerät gemeinsam erworben. Hier sollten Sie bei der Beschaffung auf eine Netzteileffizienz von mindestens 80% achten. Die Effizienz der Netzteile hat einen großen Einfluss auf die notwendige Kühlung im Rechenzentrum, da die Verluste in Form von Wärme an die Umgebung abgegeben werden.
Die USV ist zentraler Bestandteil der meisten Rechenzentren, da sie die Stromversorgung bei einem Ausfall des Stromnetzes gewährleistet und die IT-Hardware vor Netzrückwirkungen schützt. Die USV zählt zu den Sicherheitssystemen im Rechenzentrum und verbraucht dauerhaft Energie, obwohl Sie nur sehr selten zum Einsatz kommt. Ineffiziente USV`s haben Verluste von 10% und mehr. Aufgrund von Planungsfehlern sind häufig sogar mehrere USV`s in Reihe geschalten, was den WIrkungsgrad noch deutlich verschlechtert und die Verfügbarkeit des Rechenzentrums sogar senken kann. Daher sollten Sie hier besonders auf die richtige Planung und Dimensionierung achten. Auch wenn Sie in der Zukunft Erweiterungen planen, sollten Sie die Kapazitäten nicht überdimensionieren. Prüfen Sie mit einem erfahrenen Berater, inwieweit sich Konzepte zur Dynamischen Dimensionierung der Betriebstechnik auf Ihr Rechenzentrum anwenden lassen.
Erste Schritte:
- Fordern Sie in Ausschreibungen eine Netzteileffizienz von mindesten 80%
- Vermeiden Sie in Reihe geschaltete USV`s
- Vermeiden Sie eine Überdimensionierung Ihrer unterbrechungsfreien Stromversorgung


